Im Trentino ist Wasser uberall. Es kommt von den Gletschern herab, fliesst durch die Walder und sturzt sich an einem bestimmten Punkt hinunter und bildet Wasserfalle, die du lange horst, bevor du sie siehst. Das Schone daran ist, dass viele dieser Wasserfalle nicht den Bergsteigern vorbehalten sind: ein paar bequeme Schuhe und ein bisschen Lust zu gehen genugen. In diesem Leitfaden nehmen wir dich mit, um sieben Wasserfalle und Schluchten zu entdecken, die du zu Fuss erreichst, und sagen dir ehrlich, wie lang und wie anspruchsvoll jeder Weg ist. Wir von Italy Holiday empfangen seit langem Gaste in diesem Land, und das sind die Wasserspaziergange, die wir einem ankommenden Freund empfehlen wurden.
1. Cascate di Nardis, der 130 Meter hohe Sturz im Val Genova
Die Cascate di Nardis gehoren zu den spektakularsten im Trentino. Sie liegen am Eingang des Val Genova, eines Seitentals des Val Rendena, und das Wasser kommt vom Presanella-Gletscher, bevor es mit einem Sturz von uber 130 Metern hinabsturzt. Im Fruhling ist die Wassermenge starker, im Sommer teilt sich das Wasser in mehrere Strome, und im Winter kann sich der Wasserfall in eine grosse Eiswand verwandeln.
Sie zu erreichen ist einfach. Vom Parkplatz Ponte Verde aus sind es nur ein paar Minuten zu Fuss bis zu den ersten Aussichtspunkten, und in etwa zwanzig Minuten, entlang eines Weges aus kleinen Brucken, stehst du vor dem Hauptwasserfall. Wer mehr Zeit und trainierte Beine hat, kann auch von Carisolo aus in etwa einer Stunde hinaufgehen. Die Nahe zur Strasse macht diesen Ort auch fur jene geeignet, die lange Wanderungen nicht gewohnt sind.

2. Cascate di Vallesinella, die drei Wasserfalle im Wald
Wenige Kilometer von Madonna di Campiglio entfernt, im Naturpark Adamello Brenta, bildet der Bach Sarca di Vallesinella drei Gruppen von Wasserfallen in einem Wald aus Tannen und Larchen: die unteren, mittleren und oberen Wasserfalle. Das Wasser rauscht zwischen den Baumen auf etwa 1.550 Metern, mit den Gipfeln der Brenta-Dolomiten als Kulisse. Es ist einer der beliebtesten Orte des Val Rendena fur einen Spaziergang am Wasser.
Der Ausgangspunkt ist die Rifugio Vallesinella, mit dem Auto von Madonna di Campiglio uber eine etwa funf Kilometer lange Strasse erreichbar oder mit dem Shuttle des Parks in den Sommermonaten, wenn die Zufahrt mit dem Auto geregelt sein kann. Von der Hutte aus sind die mittleren Wasserfalle ein kurzer Abstieg durch den Wald von etwa zwanzig Minuten, auch fur Kinder geeignet. Wenn du zu den oberen Wasserfallen aufsteigen willst, wird der Weg steiler und bergauf, gut ausgestattet, aber anspruchsvoller: in diesem Fall brauchst du Wanderschuhe und etwas Atem.

3. Cascata di Lares, der weisse Sturz zwischen den Larchen
Wir bleiben im Val Genova fur die Cascata di Lares, wo der Rio Lares vom Becken des Lares-Sees herabkommt und sich beim Durchqueren eines dichten Nadelwaldes in drei nahe beieinander liegende, schaumende Sprunge teilt. Der Name kommt von der Larche, dem Baum, der die Walder rund um den Bach dominiert. Es ist eine der schonsten Stationen des beruhmten Wasserfallwegs des Tals.
Er wird vom Parkplatz Malga Genova aus erreicht, auf etwa 1.115 Metern, indem man dem SAT-Weg Nummer 214 folgt: in etwa einer halben Stunde Gehzeit erreichst du den wichtigsten Aussichtspunkt. Die Umgebung ist gebirgig, aber der Weg bleibt in Reichweite jener, die das Gehen auf einfachen Wegen gewohnt sind. Wer weitergehen mochte, kann in Richtung Malga Lares fortfahren, wo der Hohenunterschied zunimmt und das Gelande anspruchsvoller wird.

4. Orrido di Ponte Alto, die Schlucht einen Steinwurf von Trient entfernt
Der Orrido di Ponte Alto ist eine tiefe, enge Schlucht, vom Bach Fersina im Laufe von Tausenden von Jahren ausgehohlt, wenige Minuten vom Zentrum von Trient entfernt. Im sechzehnten Jahrhundert wurden hier imposante Wasserbauwerke errichtet, um die Hochwasser des Baches zu kontrollieren: zwei historische Staustufen bilden heute Wasserfalle von uber vierzig Metern Hohe, in einer Kulisse aus roten Felsen und Gischt.
Er ist nur mit gefuhrten Besichtigungen zu besuchen, begleitet von den Mitarbeitern des Okomuseums Argentario, eine Wahl, die die Sicherheit schutzt und es dir ermoglicht, die geologischen und historischen Details des Ortes zu erfassen. Der Weg verlauft uber Stege und Treppen innerhalb der Schlucht und dauert etwa funfundvierzig Minuten: er ist einfach zu begehen, aber wegen der Stufen und der engen Raume ist er nicht rollstuhlgerecht. Es empfiehlt sich, die aktuellen Offnungstage und -zeiten auf der offiziellen Website zu prufen, bevor du hingehst.

5. Cascate di Stanghe, die in weissen Marmor gehauene Schlucht
Die Cascate di Stanghe, im Racinestal bei Sterzing, verbergen eine Seltenheit: ihre Schlucht ist die einzige in Europa, die in weissen Marmor gehauen ist. Der Rio Racines hat seinen Lauf in einen riesigen Block aus reinem Marmor geschnitten, mit Schattierungen, die je nach Licht und Feuchtigkeit von Grun bis Grau reichen. Hier drinnen zu gehen, zwischen dem Wasser und den hellen Wanden, ist ein Erlebnis, das sich von jedem anderen Wasserfall im Trentino und in Sudtirol unterscheidet.
Der Weg verlauft uber in den Fels gehauene Stufen, Brucken und Stege aus Holz und Metall, die die Schlucht von einer Seite zur anderen uberqueren. Der Hohenunterschied betragt etwa 175 Meter, allmahlich bewaltigt, und in etwa einer Stunde Gehzeit verlasst du die Schlucht bei der Ortlichkeit Ponte Giovo. Er eignet sich auch fur jene, die keine erfahrenen Wanderer sind, mit bequemeren Ruckwegvarianten. Die beste Jahreszeit reicht von Mai bis Oktober, wenn der Weg geoffnet ist.

6. Cascate di Riva, die drei Wassersprunge von Sand in Taufers
In der Nahe von Sand in Taufers, im Ahrntal, werden die Cascate di Riva vom Bach Riva gebildet, der anschwillt, wenn der Gletscher der Rieserferner teilweise schmilzt. Es sind drei Wasserfalle: der erste etwa zehn Meter hoch, der zweite hoher und der dritte, wirklich imposant, mit einem Sturz von vierzig Metern. Ringsherum gibt es einen kuhlen Wald und das stetige Rauschen des Wassers.
Die drei Sprunge werden entlang eines leicht ansteigenden Weges in etwa vierzig Minuten Gehzeit erreicht. Es gibt eine bequemere Variante, sogar mit Kinderwagen und Rollstuhl begehbar, die entlang des Baches bis zum ersten Wasserfall fuhrt. Der letzte Abschnitt vor dem grossen Wasserfall steigt an und ist durch einen Zaun gesichert. Der Weg kreuzt den Franziskusweg, der uber den dritten Wasserfall hinaus zur Kapelle weitergeht, die dem heiligen Franziskus und der heiligen Klara gewidmet ist.

7. Cascate di Saent, das Schauspiel des Val di Rabbi
Wir schliessen im Herzen des Nationalparks Stilfserjoch, im Val di Rabbi, einem Seitental des Val di Sole. Hier bildet der Bach Rabbies die Cascate di Saent, mit schaumenden Wassersprungen zwischen Larchen und Bergwiesen. Holzstege, Stufen und Gelander bringen dich nah an die Hauptsturze, ohne dir die Kraft des Wassers zu nehmen, und eine Brucke gegenuber dem Hauptwasserfall ist eine der meistfotografierten Ecken des Tals.
Dieser Weg ist anspruchsvoller als die vorherigen, von mittlerer Schwierigkeit, geeignet fur jene, die ein Mindestmass an Berggewohnung haben. Du startest vom Parkplatz bei der Ortlichkeit Coler, auf etwa 1.380 Metern, ein paar Kilometer hinter dem Dorf Piazzola, und steigst Richtung Malga Stablasolo auf. Nach der Uberquerung der Brucke uber den Rabbies erreichst du bald den ersten Wasserfall, dann setzt sich der Weg bergauf mit Kehren fort, die durch Holzgelander geschutzt sind, bis zum zweiten. Die Runde erfordert etwa drei Stunden Gehzeit: es ist kein Spaziergang, aber die Landschaft belohnt jeden Schritt.

Wo ubernachten, um die Wasserfalle des Trentino zu entdecken
Wenn du die Karte dieser sieben Wasserfalle ansiehst, bemerkst du, dass sie sich in zwei grosse Gebiete teilen. Auf der einen Seite das Val Rendena mit dem Val Genova, in dem Nardis, Vallesinella und Lares liegen, die spektakularsten alpinen Wasserfalle. Auf der anderen Seite die nordlichen Taler, mit Stanghe und Riva Richtung Sudtirol, und das Val di Rabbi mit Saent im Val di Sole. Der Orrido di Ponte Alto hingegen liegt praktisch in Trient.
Fur die drei Wasserfalle des Val Genova ist ein Standort im Val Rendena oder im Val di Sole am bequemsten: am Morgen bist du schon im Tal und verbringst den Tag zwischen Waldern und Wassersprungen. Von Trient aus ist der Orrido di Ponte Alto nur wenige Minuten entfernt, und es ist ein zentraler Standort, um sich im ganzen Trentino zu bewegen. Wenn du lieber die warmen Seen hast, halt dich das Valsugana rund um Caldonazzo, Levico und Pergine nah am Wasser zum Schwimmen und ein paar Stunden von den weiter entfernten Wasserfallen, ein schoner Tagesausflug. Rovereto und das Vigolana vervollstandigen das Bild im Suden, praktisch fur jene, die Stadt, Kultur und Natur verbinden wollen.
Wir von Italy Holiday empfangen Gaste in diesen Gebieten, in Hausern, die so gedacht sind, dass du dich vom ersten Moment an zu Hause fuhlst. Wenn du von einem Urlaub aus Waldern, Wegen und rauschendem Wasser traumst, entdecke, wo du in der Nahe ubernachten kannst, und pack deinen Rucksack: die Wasserfalle des Trentino warten auf dich.
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